GREVIO begutachtet Umsetzung der Istanbul-Konvention

Im April hat die Expert:innengruppe GREVIO (‚Group of Experts on Action against Violence against Women and Domestic Violence‘) Bremen besucht.
15 unabhängige Expert:innen aus verschiedenen Mitgliedsländern evaluieren für GREVIO die Umsetzung der Istanbul-Konvention. Die Länderbesuche als Baustein des Evaluierungsverfahrens führt GREVIO für jeden Staat durch, der die Konvention ratifiziert hat: aktuell ist sie in 39 Staaten geltendes Recht, in Deutschland seit 2018. Parallel zu dem Besuch in Deutschland hat GREVIO auch in Norwegen Gespräche geführt.
Die Delegation des Europarats vertieft während des Länderbesuchs ihre Erkenntnisse für den Bericht über Deutschlands Fortschritte im Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und häuslicher Gewalt.
Fortschritte misst GREVIO anhand von Berichten der Behörden und Zivilgesellschaft
Der Fokus der Überprüfung liegt auf dem Thema „Vertrauen schaffen durch Unterstützung, Schutz und Gerechtigkeit“. An einem Runden Tisch beantworteten die für einzelne Maßnahmen zuständigen Ressorts Fragen GREVIOs. Bremens konkrete Schritte zur Vorbeugung und Bekämpfung von Gewalt sowie Ermittlung und Strafverfolgung sowie Datensammlung interessierten GREVIO in den Gesprächen mit Verwaltung, Polizei und Justiz.
Einen Überblick zu den Fortschritten in der Umsetzung der Istanbul-Konvention lieferte der Bericht Deutschlands an den Europarat vom Herbst 2025. Die durch GREVIO abgefragten Informationen hatten die Bundesländer zuvor erhoben.
Empfehlungen im Länderbericht für Ende 2026 erwartet
GREVIO bewertet nun die getroffenen Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt anhand der Daten im Bericht, Berichten der Zivilgesellschaft, wie dem Alternativ-Bericht des Bündnis Istanbul-Konvention, sowie den vertiefenden Interviews während des Staatenbesuchs. Neben Behörden hat GREVIO dazu auch zivilgesellschaftliche Organisationen getroffen.
Empfehlungen für Verbesserungen werden die Berichterstatterinnen im zusammenfassenden Länderbericht zu Deutschland zum Herbst 2026 vorlegen.
