Bremen setzt um
Bremen setzt um
Bremer Landesaktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention
Der Bremer Senat hat den Landesaktionsplan „Istanbul-Konvention umsetzen – Frauen und Kinder vor Gewalt schützen“ im März 2022 beschlossen.
Als Gesamtstrategie legt der Landesaktionsplan Handlungsschritte zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Land Bremen sowie in den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven für einen Zeitraum von vier Jahren (2022 bis 2025) fest.
Der Landesaktionsplan macht detaillierte Angaben über die umzusetzenden Ziele und Maßnahmen bezogen auf die zentralen Kapitel der Konvention. Er legt fest, welches politische Ressort für die Umsetzung jeder der 75 Maßnahmen verantwortlich ist, wieviel personelle bzw. finanzielle Ressourcen benötigt werden und bis wann das definierte Ziel umgesetzt werden soll.

März 2026: Abschlussbericht zum Bremer Landesaktionsplan 2022-2025
Der Abschluss der im Landesaktionsplan festgeschriebenen Maßnahmen ist ein Erfolg aller zusammenarbeitenden Ressorts:
Federführend hatten die Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten Bettina Wilhelm (ZGF) und die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz den Landesaktionsplan erarbeitet. Einbezogen waren neben zivilgesellschaftlichen Stellen auch weitere Senatsressorts, die Verantwortung für die Umsetzung vieler Maßnahmen trugen: Der Senator für Kinder und Bildung, Die Senatorin für Inneres und Sport, Die Senatorin für Justiz und Verfassung, Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration sowie Der Senator für Finanzen.
Gemeinsam gegen geschlechtsspezifische Gewalt
Im Landesaktionsplan sind 75 Maßnahmen in den Handlungsfeldern Prävention, Schutz und Unterstützung, Strafverfolgung und übergreifende politische Maßnahmen enthalten – sie bilden eine Gesamtstrategie um Frauen, Inter-, Trans- und Nichtbinäre Personen und Kinder besser vor Gewalt zu schützen. Der Aktionsplan ist eng an den Forderungen der Istanbul-Konvention aufgestellt und bekämpft fast alle der in der Konvention benannten Gewaltformen.
Gelingen konnte das nur mit gemeinsamer Anstrengung verschiedener Fachbereiche und unter großen Engagement des Schutz und Hilfesystems.
Zentrale Erfolge des Bremer Landesaktionsplans umfassen:
- Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Stärkung der intersektionalen Perspektive
- eine vielbeachtete Broschüre, die Handlungssicherheit vermittelt in Fällen von Female Genital Mutilation and Cutting (FGM/-C)
- Im Bereich Prävention frühkindliche Bildung und Schule Lerninhalte zu Körperbewusstsein und Selbstbestimmung, Schutzkonzepte für Kitas und Schulen und Medienbildung, die Kompetenzen im Netz zur Prävention digitaler Gewalt vermittelt.
- In Verantwortung des Fachbereichs Innere Sicherheit implementierten die Polizeien Bremen und Bremerhaven ein verbindliches, einheitliches Risikomanagement mit enger Zusammenarbeit mit Justiz, Fachberatungsstellen und Frauenhaus in Fallkonferenzen in Bremerhaven.
- Die Gewaltschutzambulanz bietet seit 2024 rechtsmedizinische Untersuchung, Spurensicherung und Case Management am Klinikum Bremen-Mitte. Ein Angebot in Bremerhaven am Klinikum Reinkenheide konnte ebenfalls bereits eröffnet werden.
- Für Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen und Geflüchtete in Unterkünften wurden Qualitätsstandards für Gewaltschutzkonzepte, entwickelt, Überprüfungsmechanismen und Strukturen für Gewaltschutz- und Frauenbeauftragte.
- In den sozialen Diensten der Justiz wurde ein Angebot für Täterarbeit geschaffen, das durch ein den Standards der BAG Täterarbeit Häusliche Gewalt orientiertes Täterangebot in Bremen und Bremerhaven durch externe Träger ergänzt wurde. Das Angebot für psychosoziale Prozessbegleitung wurde ausgebaut und mehrsprachig beworben.
- einen Dolmetschungsdienst für alle Stellen, die mit Betroffenen, Tätern oder Angehörigen geschlechtsspezifischer Gewalt arbeiten, realisierte das Ressort Finanzen.
- als übergreifende Maßnahmen wurden insbesondere die Einrichtung einer Landeskoordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und die Einberufung eines Betroffenenbeirats zur strukurierten und systematischen Einbindung der Betroffenenperspektive realisiert.
